Mein Chef, die KI: Für fast jeden dritten Bundesbürger unter 31 Jahren durchaus vorstellbar

Wird ein zunehmender Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) im Berufsalltag der Zukunft eher Vor- oder Nachteile bringen? Wird KI künftig mehr zu sagen haben als menschliche Mitarbeiter? Die unter 31-Jährigen in Deutschland scheinen bei der Antwort auf diese komplexen Fragen durchaus abzuwägen. So vertreten 43 Prozent der Umfrageteilnehmer einer aktuellen Kaspersky-Studie die Auffassung, KI schaffe zukünftig mehr Raum für Kreativität und zwischenmenschliche Kommunikation, weil sie monotone Routine-Tätigkeiten im Job übernehmen könne. Knapp jeder Dritte (30 Prozent) kann sich sogar vorstellen, zukünftig eine KI als Vorgesetzte zu haben, was jedoch für mehr als ein Drittel (38 Prozent) nicht denkbar wäre. Gleichzeitig glaubt nicht einmal jeder fünfte junge Bundesbürger (19 Prozent), dass künftig KI-Systeme in Unternehmen als gleichberechtigte Mitarbeiter akzeptiert würden – 34 Prozent sind überzeugt, diese eher als Konkurrenz wahrzunehmen.
Bild: Kaspersky Labs GmbH

Der Konkurrenzgedanke könnte damit verbunden sein, dass knapp die Hälfte (48 Prozent) der Befragten fürchtet, der Leistungsdruck könne künftig steigen, da KI die Arbeit von Menschen schneller und effizienter erledigen werde.

„Der Einsatz von Algorithmen wird Arbeitsbedingungen nicht automatisch besser machen,“ konstatiert der Arbeits- und Organisationswissenschaftler Dr. Max Neufeind. „Eine bewusste Gestaltung von Arbeitsplätzen ist deshalb von größter Wichtigkeit. Das soziotechnische System aus Menschen und Algorithmen muss so gestaltet werden, dass Menschen ihre Arbeit weiterhin als vielfältig, anregungsreich und bedeutsam wahrnehmen. Zugleich müssen Leitplanken installiert werden, damit die in den vergangenen Jahrzehnten gemachten Fortschritte in Richtung einer humaneren Arbeitswelt nicht verloren gehen.“

Synergieeffekte aus dem Zusammenwirken von Mensch und Technologie

Mehr als ein Drittel (39 Prozent) der befragten Studienteilnehmer zwischen 16 und 30 Jahren ist dafür, dass Mensch und KI wichtige Entscheidungen zukünftig gemeinsam und synergetisch treffen, da diese nicht nur auf harten Fakten basieren sollten. Dass in der Arbeitswelt der Zukunft wichtige Unternehmensentscheidungen rein auf Basis von Daten und Analysen durch eine KI getroffen werden, um die Produktivität zu steigern, meinen hingegen 37 Prozent.

„Dass viele junge Menschen eine synergetische Vorstellung der Zusammenarbeit von menschlicher und künstlicher Intelligenz haben, stimmt mich sehr optimistisch“, ergänzt Dr. Max Neufeind. „Denn die großen Produktivitätspotenziale, die künstliche Intelligenz über die nächsten Jahre entfalten könnte, werden sich nur dann realisieren lassen, wenn an den richtigen Stellen die richtige Kombination von Mensch und Maschine zum Einsatz kommt. Diese zu bestimmen, ist eine Herausforderung, der sich alle Organisation stellen müssen.“

Zunehmender Einsatz von KI im Alltag – Horrorszenario oder Wunschvorstellung

Nach eigener Aussage nutzen bereits 35 Prozent der Umfrageteilnehmer KI-Technologien oder automatisierte digitale Prozesse im Rahmen ihres Arbeitsalltags. So sehen auch 32 Prozent KI als Wunschvorstellung für ein besseres Leben. Für 19 Prozent der in Deutschland befragten 16- bis 30-Jährigen hingegen ist ein Leben mit KI grundsätzlich gleichbedeutend mit einem Horrorszenario. 38 Prozent verhalten sich bei dieser Aussage neutral. Interessanterweise hat sich die Meinung innerhalb der befragten Altersgruppe zu diesem Thema gewandelt. So empfanden Anfang des vergangen Jahres lediglich sieben Prozent der Befragten ein Leben mit KI als Horrorszenario und noch 43 Prozent als Wunschvorstellung. Grundsätzlich sprechen sich aktuell drei von vier Befragten (77 Prozent) für die Unterstützung von KI in ihrem Leben allgemein aus, wobei anteilig KI-Support eher im beruflichen (57 Prozent) als im privaten Bereich (47 Prozent) gewünscht ist.

„Auch wenn Deutschland eher als technikskeptisch gilt, scheint sich das bei der jüngeren Generation sukzessive zu ändern“, kommentiert Anne Mickler, Corporate Communications Manager, DACH & Nordics bei Kaspersky. „Unternehmen, die diese Entwicklung vorantreiben und das technologische Potenzial im Zusammenspiel von Mensch und Maschine in der Praxis bestmöglich nutzen, werden hinsichtlich Mitarbeiterbindung die Nase vorn haben.“

Kaspersky Labs GmbH

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