
Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag des Internetknoten-Betreibers DE-CIX verlieren Internetnutzer in Deutschland zunehmend die Geduld. Demnach bricht mehr als die Hälfte der Befragten (56%) digitale Anwendungen ab, wenn sie nur wenige Sekunden warten müssen. Die Befragung basiert auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov-Panels. Insgesamt wurden Mitte April 2026 2.090 Personen befragt, davon waren 1.752 Nutzer digitaler Dienste (Internetnutzer).
Vor allem bei Anwendungen mit künstlicher Intelligenz sind die Erwartungen hoch: 54% der Nutzer erwarten eine Antwort innerhalb weniger Sekunden, darunter 7%, die sogar eine nahezu sofortige Reaktion in weniger als zwei Sekunden voraussetzen. Etwa ein Viertel (27%) ist bereit, länger als zehn Sekunden zu warten – beispielsweise dann, wenn die Qualität der Antwort steigt. Die Studienverantwortlichen beobachten bei neuen Technologien wie KI eine zunehmende Verschiebung der Erwartungen in Richtung Echtzeit. So geben 43% der Befragten an, dass sie heute weniger Geduld mit digitalen Anwendungen haben als noch vor einigen Jahren. Künstliche Intelligenz (KI) verspricht die Revolution der Fertigung, doch in der Praxis scheitern viele Projekte an einer unzureichenden Datenbasis. Warum Sie erst Ordnung schaffen müssen, bevor Sie Künstliche Intelligenz erfolgreich nutzen können. ‣ weiterlesen
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Ladezeiten werden zum Erfolgsfaktor
Auch bei klassischen digitalen Diensten ist die Geduld begrenzt: 56% der Befragten warten höchstens zehn Sekunden, bis eine Website oder ein Online-Dienst vollständig geladen ist. Sie brechen Anwendungen ab, wenn diese zu langsam reagieren. Die Studienautoren schließen daraus, dass schnelle Ladezeiten damit zum zentralen Kriterium für den Erfolg digitaler Angebote werden. In datenintensiven Anwendungen wie Streaming oder Online-Gaming sind die Erwartungen ebenfalls hoch: Knapp zwei Drittel der Nutzer (64%) warten maximal 20 Sekunden, bis ein Video startet. Beim Gaming geben 84% der Spieler an, dass Verzögerungen (Lags) ihr Nutzererlebnis negativ beeinflussen. Zudem sagen 41% der Befragten, dass sie sich vor allem beim Streaming über lange Ladezeiten ärgern, gefolgt von Online-Zahlungen (37%) sowie Downloads und System-Updates (34%).
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