‚Der schlaue Klaus‘ hält Einzug in den SEF Smart Electronic Factory e.V.

SEF Schlauer Klaus
Bild: Optimum Datamanagement Solutions GmbH

Um digitale Absicherung für Montage- und THT-Prozesse zu ermöglichen, hat die Optimum Datamanagement Solutions GmbH ein kamerabasiertes Werkerassistenzsystem entwickelt. Mit dem Beitritt erweitert der SEF Smart Electronic Factory e. V. seine Aktivitäten um einen weiteren zentralen Aspekt der Shopfloor-Digitalisierung. Der Verein vernetzt Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen sowie Hard- und Softwareanbieter, um digitale Technologien unter realen Produktionsbedingungen einzuordnen und weiterzuentwickeln. Ziel ist eine durchgängige Digitalisierung entlang des gesamten Shopfloors.

Digitale Unterstützung manueller Arbeitsschritte am Shopfloor

Das inhouse entwickelte Werkerassistenzsystem SoyoniK Guide (‚Der schlaue Klaus‘) – der moderne Nachfolger des Royonik-Bestückungssystems – verbindet industrielle Bildverarbeitung und Datenbankmanagement in einer integrierten Lösung. Dadurch soll der Montageprozess zuverlässig unterstützt, Fehler frühzeitig erkannt und Produktionswissen systematisch nutzbar gemacht werden.

‚Der schlaue Klaus‘ begleitet Werker Schritt für Schritt durch den Montageprozess und überprüft Arbeitsschritte kontinuierlich in Echtzeit. Das System erkennt u.a., ob Bauteile korrekt montiert wurden, die richtigen Komponenten verwendet werden oder Abweichungen bei Position und Polung vorliegen. Rückmeldungen erfolgen direkt während des Arbeitsschritts, sodass Fehler sofort korrigiert werden können, bevor sie in nachgelagerte Prozesse oder Serien übergehen.

KI als Werkzeug zur Vereinfachung und Stabilisierung

Im Fokus steht der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Vereinfachung der Arbeitsvorbereitung und zur Stabilisierung manueller Prozesse. Insbesondere für die THT-Fertigung (Through-Hole Technology) wurden spezialisierte KI-Knoten entwickelt, die auf einem Datenpool von über 20.000 Bildern basieren und auch in neuen Kontexten präzise Ergebnisse liefern.

In vielen repetitiven THT-Prozessen reduziert sich der Einlern- und Konfigurationsaufwand dadurch erheblich – häufig genügt das Festlegen einer Region of Interest. Ergänzend kommen KI-gestützte Funktionen wie Deep OCR zur Texterkennung sowie Muster- und Konturerkennung zum Einsatz, um unterschiedliche Prüf- und Absicherungsaufgaben abzudecken.

Schnellere Einarbeitung und hohe Qualität

Das Werkerassistenzsystem unterstützt neben der Qualitätssicherung auch die Einarbeitung neuer Mitarbeiter durch visuelle Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Durch die Berücksichtigung ergonomischer Aspekte, z.B. mit intelligenten Arbeitsplatzlayouts, hilft ‚Der schlaue Klaus‘ dabei, Arbeitsplätze effizienter und körperlich entlastender zu gestalten.

Durch die kontinuierliche Prüfung und lückenlose Dokumentation aller Arbeitsschritte lassen sich Prozesse optimieren und transparent nachvollziehen – das trägt auch zur Einhaltung von Qualitätsnormen und regulatorischen Anforderungen bei.

Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass Unternehmen mit digitaler Werkerassistenz messbare Effekte erzielen: In verschiedenen Projekten konnten Produktivitätssteigerungen von bis zu 20 Prozent erreicht werden, während bestückungsbedingte Fehler auf nahezu null zurückgingen.

„Die Digitalisierung des analogen Prozesses ist heute ein entscheidender Wettbewerbsfaktor“, sagt Wolfgang Mahanty, Geschäftsführer der Optimum Datamanagement Solutions GmbH. „Alle Prozessdaten werden in Echtzeit erfasst und bilden den realen Ablauf digital ab. Dieser digitale Schatten lässt sich zum digitalen Zwilling weiterentwickeln – also zu einem vollständigen, auswertbaren Abbild des Prozesses, das Transparenz schafft und datenbasierte Verbesserungen ermöglicht.“