
Laut einer Studie des Open-Source-Spezialisten Suse räumen 98% der befragten Unternehmen digitaler Souveränität Priorität ein, aber nur etwas mehr als die Hälfte (52%) ergreift aktiv Maßnahmen zu ihrer Verwirklichung. Laut Suse verdeutlicht dies die wachsende Kluft zwischen Ambitionen und Umsetzung. Für die Studie wurden 309 IT-Führungskräfte aus Deutschland, Frankreich, Indien, Japan und den USA befragt.
Demnach stufen in Indien 62% der Befragten digitale Souveränität als echte strategische Priorität ein, in die sie aktiv investieren, gefolgt von jeweils 57% in Deutschland und Japan, 52% in den USA und 39% in Frankreich.
45% haben das Thema Souveränität in aktuelle Ausschreibungen aufgenommen, 42% wählten ihre Anbieter letztlich auf dieser Basis aus. 41% geben an, dass sie nur dann Maßnahmen zur Wahrung der Souveränität ergreifen, wenn Kunden oder gesetzliche Vorschriften dies erfordern. Laut Suse deutet dies darauf hin, dass Druck von außen nach wie vor der Haupttreiber ist.
KI unterstützt Resilienz und Risikomanagement
Eine weitere Beobachtung der Studienverantwortlichen: Künstliche Intelligenz entwickelt sich sowohl zum Motor für digitale Resilienz als auch zu einer Quelle zunehmender Komplexität, die Unternehmen dazu zwingt, ihre Kontrolle über Daten, Modelle und Infrastruktur zu überdenken. Künstliche Intelligenz (KI) verspricht die Revolution der Fertigung, doch in der Praxis scheitern viele Projekte an einer unzureichenden Datenbasis. Warum Sie erst Ordnung schaffen müssen, bevor Sie Künstliche Intelligenz erfolgreich nutzen können. ‣ weiterlesen
Ohne Datenordnung keine Effizienz: Wie Sie Ihre Produktion KI-ready machen
64% der IT-Führungskräfte meinen, dass die Transparenz von KI – also die Kontrolle über Modelltraining und KI-Herkunft – in den kommenden fünf Jahren der wichtigste Faktor für digitale Resilienz sein wird.
Auch angesichts einer unerwarteten Budgeterhöhung um 20% stellen die Befragten KI klar über das Thema Souveränität. Die Autoren Schlussfolgern daraus, dass der Druck zur Einführung von KI möglicherweise größer ist als die Bemühungen, die damit verbundenen Risiken zu bewältigen.
Digitale Resilienz heißt Kontrolle
Auch wenn die Definitionen von digitaler Resilienz variieren, in einem zentralen Grundsatz sind sich die Unternehmen einig. Ihnen geht es um Kontrolle in immer komplexeren, KI-gesteuerten Umgebungen. Um ihre Resilienzziele zu erreichen setzen 63% auf Cybersicherheit und Bedrohungserkennung sowie die Diversifizierung über Multi-Cloud- oder Hybrid-Lösungen (52%). Die kontinuierliche Überwachung (44%) sowie Datensicherung und deren Wiederherstellung (45%) sind ebenfalls zentrale Bestandteile einer Resilienzstrategie.
Regionale Unterschiede
Die Akzeptanz und Haltung gegenüber digitaler Resilienz unterscheiden sich je nach Region, wobei einige Märkte schneller von der Strategie in die Umsetzung übergehen. In den USA blicken 61% der Befragten optimistisch auf ihre digitale Resilienz und 41% verfügen bereits über eine formalisierte Strategie zur digitalen Souveränität. In Ländern mit einem ausgereifteren regulatorischen Umfeld wie Deutschland und Japan zeigen sich laut Suse hingegen andere Priorisierungsmuster, die die unterschiedlichen Phasen der Einführung widerspiegeln.
Hyperscaler weiter hoch im Kurs
Aus der Studie geht zudem hervor, dass sich Unternehmen weiterhin stark auf Hyperscaler verlassen, obwohl die Bedenken hinsichtlich der Souveränität zunehmen. 65% der Befragten geben an, dass Hyperscaler für die Unterstützung souveräner Workloads relevant sind.
„Unternehmen sehen sich häufig mit der Entscheidung konfrontiert, ob sie den Einsatz von KI beschleunigen oder ihre digitale Souveränität erhalten wollen – doch das ist ein falscher Kompromiss“, sagt Margaret Dawson, Chief Marketing Officer bei Suse. Sie führt aus, dass Sovereign AI die Grundlage dafür schafft, beides zu verbinden, indem Kontrolle, Compliance und Innovation gemeinsam verankert werden.
Die kompletten Ergebnisse der Befragung finden Sie hier.
















