KI-Tools lösen Informationsknoten im Controlling

KI-Tools helfen Maschinenbauern, sich in Krisenzeiten nicht allein auf das Bauchgefühl verlassen zu müssen.
KI-Tools helfen Maschinenbauern, sich in Krisenzeiten nicht allein auf das Bauchgefühl verlassen zu müssen.Bild: ©Steve Buissinne/Pixabay

Rund 42 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland verfügen laut IfM Bonn (2023) über kein weitgehend digitalisiertes Controlling. Eine KPMG-Studie von 2024 bestätigt, dass nur 28 Prozent der deutschen Mittelstandsunternehmen lernende (KI-)Systeme im Finanzbereich einsetzen.

Durch manuelle Controlling-Prozesse, die nur teilweise digitalisiert sind erhalten viele mittelständische Unternehmen ihre betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) nur einmal im Monat, GuV und Bilanz lediglich einmal im Jahr, teilweise mit Monaten Verzug. Die BWA alleine gibt zu wenig Datengrundlage, um als Steuerungselement zu dienen. Entscheidungen beruhen damit eher auf einem Bauchgefühl als auf aussagefähigen Daten. Im Maschinenbau, wo Materialpreise, Personalaufwand und Lieferzeiten stark schwanken, ist das riskant.

Gerade in der Fertigungsindustrie hängt die Wettbewerbsfähigkeit zunehmend davon ab, wie schnell Entscheidungen getroffen werden können. Ob es um die Erweiterung der Produktion, eine neue Maschine oder die Anpassung von Preisen geht: Wer aktuelle Finanzdaten versteht, kann frühzeitig reagieren.

Marcus Linnepe, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Canei AG.
Marcus Linnepe, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Canei AG.Bild: ©Christian Bacher/Canei AG

Digitale Systeme im Controlling können inzwischen Finanzdaten lesen, sie mit historischen Entwicklungen verknüpfen und verständliche Antworten auf unternehmerische Fragen liefern.

Smarte Systeme übersetzen Zahlen in Sprache und machen betriebswirtschaftliche Zusammenhänge auch für Nicht-Controller zugänglich. Antworten kommen in Sekunden, nicht in Tagen. Das schafft Handlungsspielraum. Besonders dann, wenn Marktveränderungen kurzfristige Entscheidungen erfordern.

Ein Beispiel dafür sind smarte Tools wie Canei.luna, die geprüfte Finanzlogik mit natürlicher Sprachinteraktion verbinden. Etwaige Apps liefert Antworten in verständlicher Sprache, sind DSGVO-konform und können Trends sowie Abweichungen automatisch erkennen. Damit werden Geschäftsführende, Controller und CFOs befähigt, ohne Umwege zu agieren, unabhängig von Steuerberatern sowie papierbasierten Auswertungen.

KI-gestützte Tools bieten die Chance, eine neue Kultur der Finanzkommunikation zu etablieren: weg von der Angst vor Zahlen, hin zu echtem Verständnis. Die Zahlenkrise vieler Betriebe ist in Wahrheit eine Informationskrise. KI schafft Klarheit und gibt Unternehmern ihre Steuerungshoheit zurück.

Der digitale Controller von morgen kombiniert Erfahrungswissen mit datenbasierter Analyse und kann auf dieser Grundlage sicher entscheiden. Während Großkonzerne längst auf Echtzeitberichte setzen, eröffnet der Einsatz von KI im Controlling auch kleineren Betrieben neue Möglichkeiten.