
Gemeinsam mit dem Aumovio-Werk in Frankfurt-Rödelheim zeigt die GEC, welche Möglichkeiten industrielle KI bietet. Nach der Abspaltung vom Continental-Konzern treibt der eigenständige Automobilzulieferer mit weltweit rund 82.000 Beschäftigten die technologische Weiterentwicklung seiner Produktion voran.
Das Unternehmen fertigt in Rödelheim bereits hochautomatisiert Bremssysteme. Das sogenannte ‚Overall Factory Brain‘ soll nun zusätzlich dabei unterstützen, Zusammenhänge schneller zu erfassen, Ursachen gezielter aufzudecken und vorhandenes Produktionswissen unmittelbar für die Optimierung der Fertigung bereitzustellen.
KI verkürzt Ursachenanalyse
Als ein Beispiel dafür beschreiben die Partner etwa die Analyse von Qualitätsabweichungen. Treten Fehler in der Produktion auf, beginnt in der Regel eine oft aufwendige Suche nach der Ursache: Produktions- und Qualitätsdaten müssen zusammengetragen, Zusammenhänge über verschiedene Prozessschritte hinweg geprüft und das Wissen von Fachleuten einbezogen werden. Im Frankfurter Werk konnte eine solche Analyse bislang mehrere Tage beanspruchen. Mit dem Industrial AI Agent Pareto von German Edge Cloud ändert sich dieser Prozess. Der Agent wertet Produktions- und Qualitätsdaten aus, stellt Zusammenhänge zwischen Prozessschritten her und sucht nach Mustern und möglichen Fehlerursachen. Die Ergebnisse stellt er den Fachkräften für die weitere Bewertung zur Verfügung.
„Wir können heute eine Analyse, die zuvor Tage dauerte, innerhalb weniger Minuten durchführen. Mit dem Overall Factory Brain schaffen wir die Voraussetzung für eine Fabrik, die aus Daten und Erfahrungen lernt und daraus schneller verwertbare Erkenntnisse ableitet“, sagt Torsten Rauch, Werkleiter des Aumovio-Werks Frankfurt-Rödelheim.
Das ‚Gehirn der Fabrik‘
Die schnellere Datenanalyse ist dabei nur ein Teil des Konzepts. Darüber hinaus wollen die Beteiligten das Erfahrungswissen der Beschäftigten strukturiert erfassen und dort verfügbar machen, wo es gebraucht wird. Hier kommt mit Daedalus ein weiterer KI-Agent ins Spiel. Er unterstützt dabei, vorhandenes Wissen für konkrete Aufgaben in der Produktion und im Engineering zugänglich zu machen. So können beispielsweise Erkenntnisse aus früheren Störungen und Analysen in neue Fragestellungen einfließen. Industrieingenieure erhalten dadurch kontextbezogene Entscheidungsunterstützung in wissensintensiven Planungs? und Bewertungsprozessen.
„Industrieunternehmen verfügen über einen enormen Erfahrungsschatz. Viel davon steckt heute in einzelnen Systemen – oder in den Köpfen der Mitarbeitenden“, sagt Peter Bonerz, Leiter Industrial Engineering bei Aumovio. „Mit dem Overall Factory Brain wollen wir dieses Wissen dauerhaft sichern, mit aktuellen Informationen aus der Fertigung verbinden und als Produktionsgedächtnis verfügbar machen. So arbeiten Menschen und KI-Agenten auf einer gemeinsamen Wissensbasis.“
Mit den Aufgaben wachsen
Die Projektpartner betonen, dass die KI-Agenten zwar unterschiedliche Aufgaben übernehmen, aber dabei aber auf dieselbe industrielle Daten- und Wissensbasis zugreifen. Genau darin liege die Idee des Overall Factory Brain, so die Beteiligten: Statt immer neue isolierte KI-Lösungen für einzelne Aufgaben einzuführen, entsteht schrittweise ein System spezialisierter AI Agents, die dort unterstützen, wo ihr jeweiliges Wissen und ihre Fähigkeiten benötigt werden.
















