Produktionssteigerung mit Nachhaltigkeit im Einklang

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Aus unternehmerischer Sicht steht die stetige Verbesserung der Fertigungseffizienz ganz klar im Fokus. Denn nur auf Grundlage von wirtschaftlichem Erfolg lässt sich ein Unternehmen zukunftsorientiert führen. Dabei geht es einerseits um das Ausschöpfen der im Betrieb vorhandenen Potentiale, andererseits aber auch um die Optimierung bestehender Prozesse, um die Effektivität zu steigern. Produktionsplanungen und -vorgänge, Durchlaufzeiten und Ausschussmengen, Materialflüsse und Beschaffungslogistik, Facharbeiter- und Maschinenverfügbarkeiten, all das steht unter anderem im Blickfeld eines prozess- und zeitoptimierten Produktionsmanagements.

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Schaltstelle für Veränderungen

Industrielle Revolutionen, aber auch die kontinuierliche Weiterentwicklung von Maschinen, Anlagen und Fertigungstechniken führen dazu, dass Unternehmen wirtschaftlicher arbeiten können, denn die Investition in moderne Maschinen rechnet sich zumeist bereits nach wenigen Jahren. Zudem ermöglichen eine globale Logistik und eine produktzentrierte Wertschöpfungskette eine kostenoptimierte Planbarkeit von Prozessen rund um die Fertigung. Die Industrie ist also in der Position, viele Prozesse sehr effektiv und effizient zu gestalten.

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Fortschritte durch digitales Produktionsmanagement

Die Prozesse innerhalb der Fertigung sind hochkomplex und oftmals über einzelne Abteilungen, Werke und Niederlassungen verteilt. Ein möglichst effektives Produktionsmanagement muss daher auf belastbare Realdaten aus der Produktion zurückgreifen können, um Prozesse optimiert planen, steuern und kontrollieren zu können. Grundlage für ein solches Produktionsmanagement sind Maschinen- und Anlagendaten sowie möglichst viele, kontinuierlich erfasste Informationen aus dem gesamten Produktionsumfeld. Mit modernen Sensoren und Messtechnologien können einzelne Produktionsschritte detailliert überwacht werden – beispielhaft zu nennen sind Chargendaten, Ausschussmengen, Durchlaufzeiten sowie Energie- und Prozessdaten, die einen Einblick in den Ressourceneinsatz und Energieaufwand eines Produktes beziehungsweise einer ganzen Produktion liefern. Während neue Maschinen bereits ab Werk mit Sensorik zur Datenerfassung ausgestattet sind, können ältere Maschinenparks heutzutage problemlos mit entsprechenden Techniken und Systemen nachgerüstet werden. Flexibilität und Transparenz werden erreicht, indem die erfassten Daten zunächst plausibilisiert und dann fehler- und störungsfrei an das Steuerungssystem, das Manufacturing Execution System, weitergegeben werden. Hier fließen alle Produktions- und Prozessdaten zusammen und werden analysiert. Sie stehen dann den Planungsverantwortlichen sowohl im Produktionsmanagement als auch in anderen Abteilungen und Entscheidungsebenen eines Unternehmens zeit- und ortsungebunden zur Verfügung. Die Daten geben im Zusammenhang, vor allem aber auch im Vergleich zu bestehenden Daten, Norm- und Richtwerten einen tiefen Einblick in ganzheitliche Produktionsprozesse. So lassen sich Engpässe, mögliche Störungsquellen sowie unproduktive Prozesse ausfindig und analysierbar machen. Mithilfe eines digitalen Produktionsmanagement können Fertigungen flexibel gesteuert und analysiert werden. Die kontinuierlich erfassten Daten fließen wiederum ins System, um eine kontinuierliche Fertigungssteuerung in Echtzeit mit optimierten Prozessen zu ermöglichen.

Ressourceneffizienz und Produktivitätssteigerung sind nicht unbedingt gegenläufige Zielgrößen. Um dieses Verständnis zu schaffen, braucht 
es eine Verankerung des Themas Sustainability im Topmanagement sowie einheitliche Metriken zur Bewertung nachhaltiger Prozesse.
Ressourceneffizienz und Produktivitätssteigerung sind nicht unbedingt gegenläufige Zielgrößen. Um dieses Verständnis zu schaffen, braucht es eine Verankerung des Themas Sustainability im Topmanagement sowie einheitliche Metriken zur Bewertung nachhaltiger Prozesse.Bild: ©sveta/stock.adobe.com

Effiziente Datensammler

Manufacturing Execution Systems gelten als Wegbereiter für Industrie 4.0 und die digitale Transformation der Fertigungsindustrie. Als Datensammler in der Produktion schaffen sie die Transparenz und Grundlage für eine nachhaltige Prozessoptimierung. Somit sind MES-Lösungen auch ein Tool, um Ressourcen bestmöglich einzusetzen. Neben einem Materialflussmanagement und einer systematischen Lagerverwaltung tritt hier vor allem das Energie- und Prozessdatenmanagement zum Vorschein. Denn Fertigungsprozesse sind oft nicht nur komplex, sondern auch energieintensiv. Durch die Analysen des Manufacturing Execution Systems und die bereitgestellten Daten können Planungsverantwortliche einerseits manuell in Produktionsprozesse und Abläufe eingreifen, um diese effizienter, ressourcen- und somit auch umweltschonender zu gestalten. Andererseits können Planungen und Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette so strukturiert werden, dass ein möglichst geringer Ressourcen- und Energieeinsatz notwendig ist. Dabei werden besonders energieintensive Maschinen oder Fertigungsschritte identifiziert und Verbesserung angestoßen. Außerdem lassen sich Ausschussmengen, Durchlaufzeiten und Produktqualität verbessern, damit weder Über- noch Fehlproduktion zu unnötigem Ressourceneinsatz führen. Mit Manufacturing Execution Systems können unternehmensintern nachhaltige Prozesse geschaffen werden.

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