Cloud und On-Premises intelligent kombiniert

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Über die Verbindung von SAP Manufacturing Integration and Intelligence (MII) und SAP Extended Warehouse Management (EWM) gelingt es Maschinenbauern heute schon, Produktionsprozesse weitgehend durchgängig zu gestalten. Der gleiche Anspruch einer End-to-End-Automatisierung lässt sich an das Thema Dokumentenverwaltung stellen. Bei der Rechnungsbearbeitung zum Beispiel streben viele Unternehmen den Idealfall einer Dunkelbuchung an: Ohne manuelle Arbeit werden Rechnungsdaten automatisch ausgelesen, geprüft und Rechnungen schlussendlich bezahlt. Die Automatisierung übernehmen bei dieser Art der Rechnungsverarbeitung Softwarelösungen wie die der xSuite Group. Voraussetzung ist die Digitalisierung des gesamten Rechnungseingangsprozesses. Das hierfür bislang erforderliche Scannen und Auslesen von Rechnungsdaten aus gescannten (oder PDF-) Rechnungen ist dabei allmählich auf dem Rückzug, denn die elektronische Rechnungsstellung, oft E-Invoicing genannt, setzt sich weltweit zunehmend durch. Immer mehr Länder erlassen entsprechende Verpflichtungen zur E-Rechnung.

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E-Invoicing weltweit Weltweit sind zahlreiche verschiedene Formate und Standards im Einsatz, beispielsweise XRechnung, ZUGFeRD, Peppol, BIS Billing 3.0, Factur-X und InvoiceNow. Das Peppol-Netzwerk gilt vielen als Übertragungsweg der Zukunft für E-Rechnungen. Peppol steht für Pan-European Public Procurement OnLine und ist mit dem Einschreiben mit Rückschein vergleichbar. Angeschlossene Organisationen können darüber geschäftliche Dokumente abgesichert austauschen und elektronische Rechnungen an Unternehmen und Behörden schicken. „Viele Fertigungsunternehmen sind heute mit internationalen Kreditoren vernetzt“, schildert Matthias Lemenkühler, CEO der xSuite Group (Bild). „Sie sollten daher eine technische Lösung einsetzen, die all diese Formate annehmen kann, das heißt sie von einem Postfach abholt, ihre Inhalte ausliest und an dahinterstehende ERP-Systeme weiterleitet.“ Durchgängige Einkaufs- und Rechnungsprozesse

Über die Rechnungsverarbeitung hinaus zieht sich der Kreis indes hin zu durchgängigen Prozessen. Sie reichen von der Erstellung einer Bedarfsmeldung bis zur revisionssicheren Rechnungsablage und binden auch weitere Dokumentarten ein. Fachleute sprechen hier von Procure-to-Pay (P2P). Solche Prozesse mit Lieferanten lassen sich gut über die Cloud abbilden. Die Entwickler von xSuite haben dafür ein Business Partner Portal programmiert – eine zentrale Plattform, über die Einkauf, Buchhaltung und Lieferanten alle mit der Beschaffung zusammenhängenden Daten und Dokumente austauschen können. Diese werden aus dem Portal automatisch in die Business-Software von SAP übernommen, was Einkauf und Buchhaltung erheblich entlastet. Mit dem Business Partner Portal von xSuite lassen sich drei zentrale Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit Lieferanten adressieren: Das Onboarding neuer Partner, der digitale Dokumentenaustausch und das Management von Rabattangeboten. Das Portal wird in der SAP Business Technology Platform (BTP) betrieben. Auf dieser Plattform können Kunden und Partner der SAP Anwendungen entwickeln und mit vorhandenen Systemen verbinden. Die Industry Cloud von SAP, über die branchenübergreifend vertikale Lösungen bereitgestellt werden, läuft ebenfalls auf der BTP, sodass die Lösungen einfach zusammenarbeiten.

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SAP drängt auf S/4Hana in der Cloud

Cloud-Anwendungen in ihre Geschäftsprozesse einzubeziehen, wird für jene Fertigungsunternehmen wichtiger, die im Austausch mit Geschäftspartnern durchgängig digital arbeiten wollen. „Tatsächlich aber ist die Cloud heute noch nicht der vorherrschende Standard, dies wissen wir aus vielen Projekten in der Branche“, so Matthias Lemenkühler. Zwar drängt SAP seine Kunden im Zuge anstehender Migrationen auf die neue Produktplattform S/4Hana, diese weitgehend über die Cloud zu beziehen. Nach derzeitigem Stand allerdings reicht die Funktionalität der SAP-Cloud-Lösungen noch nicht aus, um tatsächlich alle Anwenderunternehmen zu einem Umstieg zu bewegen, die im eigenen Haus installierte Systeme betreiben, also on-premises. So bietet zum Beispiel das SAP-Cloud-Angebot für die diskrete Fertigung recht umfangreiche Funktionalitäten. Anders sieht es bei der Prozessindustrie aus, wo es noch Nachholbedarf gibt – etwa im Bereich elektronischer Herstellanweisungen. Auch die xSuite trifft bei ihren produzierenden Anwendern natürlich regelmäßig auf bestehende Prozesse und On-Premises-Systeme. Gerade im Bereich der Unternehmenssoftware, also bei den ERP-Systemen, existieren über Jahre gewachsene Strukturen, die nicht von heute auf morgen konsequent abgelöst werden sollen (oder können). Die Lösung sind Mischmodelle aus on-premises- und Cloud-Komponenten: der Hybrid-Betrieb. Dort setzt der Softwarehersteller an und unterstützt Unternehmen, ihre dokumentenbasierten Geschäftsprozesse einfacher, flexibler und schneller zu gestalten – indem sie bestimmte Services aus der Cloud hinzunehmen.

Software für die Deployment-Modelle der SAP

‚Cloud first, aber nicht Cloud only‘ könnte das Motto für die Strategie hinter dem Hybrid-Ansatz lauten. SAP bietet unterschiedliche, miteinander kombinierbare Deployment-Modelle für S/4Hana, von on-premises bis zum Public-Cloud-Ansatz ‚S/4Hana Cloud‘. Unternehmen müssen überlegen, wie viel Standardisierung sie wünschen und abhängig davon das passende Deployment-Modell wählen. Matthias Lemenkühler: „Darauf stellen wir uns ein – mit SAP-integrierten Workflows für Einkauf, Buchhaltung und Auftragsbearbeitung sowie vor- und nachgelagerten Diensten wie Beleglesung und Archiv, lokal installiert oder aus der Cloud.“ Außerdem gibt es Services auf der BTP wie eben das Business Partner Portal. Damit bedient der Hersteller die unterschiedlichen Deployment-Modelle von SAP und lässt Unternehmen mit durchgehenden SAP-Zertifizierungen die Wahl, welches Cloud-Modell sie bevorzugen.

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