
Der Gebäudesektor steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Bis spätestens 2045 soll der Gebäudebestand in Deutschland klimaneutral werden – eine Herausforderung, die nicht nur neue Bauweisen, sondern auch eine intelligente Steuerung und Optimierung bestehender Infrastrukturen erfordert. Digitale Technologien spielen dabei eine Schlüsselrolle, allen voran künstliche Intelligenz (KI).

Daten müssen nahtlos nutzbar sein
Gebäude enthalten und erzeugen große Mengen an Betriebsdaten – von Temperatur- und Verbrauchswerten über Wartungszyklen bis hin zu den technischen Spezifikationen einzelner Anlagenkomponenten. Diese Daten bleiben jedoch häufig in Silos gefangen: Jede Fachdisziplin, jede Softwarelösung und oft auch jedes einzelne Gebäude arbeitet isoliert mit jeweils eigenen Formaten, Schnittstellen und Zugriffsbeschränkungen. Die Folge: Wertvolles Wissen bleibt ungenutzt, Fehler werden zu spät erkannt und Optimierungspotenziale übersehen. Hinzu kommen steigende Anforderungen durch gesetzliche Vorgaben wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), der wachsende Fachkräftemangel und nicht zuletzt auch der wirtschaftliche Druck, Betriebskosten zu senken.

Offene Plattformen als Enabler für intelligente Gebäude
In vielen Anlagen sind heute noch Software und Systeme im Einsatz, die ursprünglich individuell für einen ganz bestimmten Zweck und ein Unternehmen programmiert wurden. Solche Legacy-Systeme sind nicht mehr zeitgemäß, denn die Wartung und Pflege der teilweise jahrzehntealten Software kosten viel Geld. Darüber hinaus fehlen offene Schnittstellen. Dadurch wird verhindert, dass Betreiber Daten programm- und systemübergreifend austauschen und nutzen können.
Ein zentraler Hebel zur Überwindung solcher komplizierter Systemlandschaften sind offene Plattformen. Sie schaffen die Voraussetzung dafür, Daten über System- und Gewerkegrenzen hinweg zusammenzuführen, einheitlich zu strukturieren und intelligent zu nutzen. Im Gegensatz zu proprietären Insellösungen bieten offene Plattformansätze standardisierte Schnittstellen (APIs), herstellerübergreifende Konnektivität und die Möglichkeit, bestehende Systeme flexibel zu integrieren. Das eröffnet nicht nur technische Vorteile wie Interoperabilität, Skalierbarkeit und geringere Abhängigkeiten. Es schützt auch Investitionen, da bestehende Infrastrukturen weiterhin genutzt und mit neuen Funktionen erweitert werden können.
Offene Plattformen bilden damit die technologische Grundlage für zentrale Digitalisierungsziele im Gebäudesektor: Transparenz, Automatisierung und Effizienz. Sie ermöglichen es, datenbasierte Services bereitzustellen, regulatorische Anforderungen wie die CSRD zu erfüllen und neue Geschäftsmodelle zu erschließen, etwa im Energiemanagement oder der vorausschauenden Instandhaltung. Dieser Kontext ist es, in dem der Einsatz von KI an Bedeutung gewinnt: Denn erst wenn Daten aus verschiedenen Quellen sinnvoll verknüpft und zugänglich sind, lassen sich Muster erkennen, Prognosen erstellen und Prozesse automatisieren.
Eine durchgängige Plattform für alle Daten
Ein Beispiel für einen solchen Plattformansatz ist Building X – eine KI-basierte Suite für klimaneutrale Gebäude von Siemens Smart Infrastructure: Die Lösung für Systeme, Applikationen und Gewerke ist offen, interoperabel und wurde speziell für den ganzheitlichen Gebäudebetrieb entwickelt. Grundlage dafür ist eine Cloud-Architektur, die Daten standardisiert, speichert und über definierte Schnittstellen zugänglich macht. Darauf aufbauend kommen verschiedene KI-Methoden zum Einsatz, die datengetriebene Entscheidungen im Gebäudebetrieb unterstützen.















