Anschluss und Inbetriebnahme

Der Anschluss der Laserprojektoren erfolgt über staub- und spritzwassergeschützte hybride Ethernet- und Stromkabel. Bei mehreren Projektoren kommt ein Schaltschrank zum Einsatz. Im Anschluss werden die Datenquellen angebunden. Anwender wählen per Klick aus, welche Daten sie für ihre Projektion benötigen. Zudem legen sie die Targets für das Tracking fest und welche Oberflächenelemente für die Referenzierung oder das modellbasierte Tracking verwendet werden sollen. Daraus erstellt das System eine digitale Schablone.

Laser- oder Videoprojektion?

Ob nun Laser- oder Videoprojektion besser geeignet ist, hängt vom Anwendungsfall ab. Die Laserprojektion zeichnet sich durch einen hohen Kontrast aus und erreicht eine Genauigkeit von bis zu 0,1mm pro Meter Arbeitsabstand. Die Darstellung erfolgt einfarbig mit grünen Linien und Fadenkreuzen. Das Verfahren eignet sich für Arbeiten, bei denen Präzision gefragt ist und eine reduzierte Darstellung genügt – etwa beim Positionieren oder Prüfen von Bolzen, Haltern oder Beschnitten. Außerdem kann die Laserprojektion bei hellen Lichtverhältnissen oder in Umgebungen eingesetzt werden, die eine IP54-Schutzklasse erfordern. Aufgrund des kollimierten Strahls verfügt die Laserprojektion zudem über einen sehr hohen Schärfentiefebereich und eignet sich somit auch für stark perspektivische Darstellungen mit Auftreffwinkeln der Projektion von teilweise nur 20 bis 30 Grad zur Oberfläche, was der Integration in beengten Verhältnissen entgegenkommt. Möglich ist somit auch eine Projektion von schräg oben über die Schulter auf das Bauteil. Die erfolgt ohne Schutzbrille und auch ein Laserschutzbeauftragter ist nicht notwenig. Videoprojektion ist dagegen meist günstiger, benötigt aber eine kontrollierte, gegen Sonnenlicht abgeschirmte Umgebung und idealerweise auch hellere, matte Projektionsflächen – insbesondere bei größeren Projektionsbereichen. Sie sind bis auf ein Pixel im Bild präzise, wodurch bei größeren Projektionsbereichen die maximale Genauigkeit schnell auf 1 bis 2mm anwächst. Ein Vorteil der Videoprojektion ist, dass sie auch Farben, Texturen und Flächen projizieren und dadurch mehr Informationen gleichzeitig transportieren kann. Das ermöglicht auch komplexe Visualisierungen, wie etwa bei Designprozessen oder in der Qualitätssicherung.

Aus der Praxis

Ein bayerischer Automobilhersteller setzt die Laser- und Videoprojektion in Kombination mit einem Bilderkennungssystem bereits ein, um manuelle Nacharbeiten in der Lackiererei zu optimieren. Im ersten Schritt analysiert hier das Bilderkennungssystem die Rohkarossen bzw. die lackierten Fahrzeuge automatisiert. Es ermittelt KI-gestützt mithilfe von Sensoren und Kameras, ob und wo die Lackierung manuell nachbearbeitet werden muss. In der Nachbearbeitung kommen dann fünf Extend3D Werklicht-Laserprojektoren im Verbund zum Einsatz, wobei jeder einem abgegrenzten Bereich auf der Karosserieaußenhaut zugeordnet ist. Ein Anlagen-PC, der sich neben der Finish-Kabine befindet, steuert die Projektion. Auf ihm läuft die Werklicht 3D-Software von Extend3d, die Daten aus der Bilderkennung erhält. Das System projiziert die Schadstellen direkt auf das Fahrzeug, sodass die Mitarbeiter sehen, wo sie noch schleifen und polieren müssen.

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