Vertrauen in KI wächst schneller als Einsatzbereitschaft

AI processing large datasets
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Precisely, ein Anbieter im Bereich Datenintegrität, hat in Zusammenarbeit mit dem Center for Applied AI and Business Analytics am LeBow College of Business der Drexel University 500 leitende Daten- und Analyseexperten großer Unternehmen in den USA und der EMEA befragt. Demnach zeigt sich eine wachsende Diskrepanz zwischen der Einschätzung der Unternehmen hinsichtlich ihrer KI-Bereitschaft. Die befragten Führungskräfte sind überwiegend davon überzeugt, dass sie für KI bereit sind, doch ihre Antworten deuten Precisely zufolge auf grundlegende Lücken hin, die den Erfolg von KI erheblich beeinträchtigen könnten.

„Die Studie zeigt, dass Vertrauen in KI nicht automatisch zu einem ROI führt. Unternehmen handeln schnell, aber viele tun dies ohne die vertrauenswürdigen, kontrollierten Datenfundamente, die für einen verantwortungsvollen Einsatz von KI erforderlich sind. Diese Diskrepanz bezeichnen wir als „Agentic AI Data Integrity Gap“ und sie birgt erhebliche Risiken“, so Dave Shuman, Chief Data Officer bei Precisely. „Da KI-Systeme immer autonomer werden, ist Datenintegrität nicht mehr nur ein nettes Extra, sondern eine geschäftliche Notwendigkeit. Unternehmen, die jetzt in integrierte, verbesserte, kontrollierte und kontextualisierte Agentic-Ready-Daten investieren, sind am besten positioniert, um ihre KI-Ambitionen in messbare Geschäftsergebnisse umzusetzen.“

Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung und der Realität

KI hat unter den Befragten weiterhin höchste Priorität: 52% von ihnen gaben an, dass KI den größten Einfluss auf ihre Datenprogramme hat, und 85% der Befragten berichteten, dass ihr Unternehmen Agentic AI einsetzt. Precisely verweist darauf, dass Agentic-Ready-Daten für den Return on Investment (ROI) unerlässlich sind. Die Untersuchung zeigt jedoch wichtige Problembereiche in Bezug auf Infrastruktur, Kompetenzen und Datenbereitschaft auf, da Unternehmen den Übergang von KI-Pilotprojekten zur vollständigen Implementierung anstreben.

Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:

  • Eine Reihe von Führungskräften gibt an, über die erforderliche Infrastruktur (87%), die erforderlichen Fähigkeiten (86%) und die erforderliche Datenbereitschaft (88%) für KI zu verfügen, aber viele geben auch zu, dass die Infrastruktur (42%), die Fähigkeiten (41%) und die Datenbereitschaft (43%) ihre größten Hindernisse sind.
  • Die meisten Unternehmen geben in der Untersuchung an, dass sie KI gut mit ihren Geschäftszielen verbinden, doch nur 31% verfügen über tatsächliche Kennzahlen, die an wichtige Leistungsindikatoren (KPIs) gekoppelt sind.
  • 43% der Führungskräfte nennen die Datenbereitschaft als das größte Hindernis für die Ausrichtung der KI auf die Geschäftsziele, und mehr als die Hälfte nennt die Datenqualität als die häufigste Priorität für die Datenintegrität.

Data Governance als Differenzierungsfaktor

Der Precisely-Meldung zufolge hat der Markt in den vergangenen 18 bis 24 Monaten einen Wendepunkt erreicht, da sich KI zu handlungsorientierten, agentenbasierten Systemen entwickelt hat. Die Studie zeigt eine deutliche Kluft zwischen Unternehmen mit einer klar definierten Datenstrategie und solchen ohne eine solche Strategie. Führungskräfte, die nach eigener Aussage Wert auf genaue, konsistente und kontextbezogene Daten legen und sich dabei auf eine starke Daten-Governance stützen, geben an, weitaus mehr Vertrauen in ihre Fähigkeit zu haben, KI-Initiativen umzusetzen und zu skalieren.

71% der Unternehmen mit einer Datenstrategie und einem Data-Governance-Programm geben an, großes Vertrauen in ihre Daten zu haben, gegenüber 50% ohne solche Strategien.

63% haben eine Form der KI-Governance etabliert, aber diejenigen, die KI-Governance in bestehende Daten-Governance-Programme integriert haben, verzeichnen noch größere Erfolge.

96% geben an, dass ihre Unternehmen in Standortdaten und Datenanreicherung durch Dritte investieren, um ihren Daten für KI-Initiativen Kontext hinzuzufügen.

32% der Führungskräfte, die bereits über eine Datenstrategie und -governance verfügen, erwarten einen positiven ROI aus KI in nur 6 bis 11 Monaten.

Fachkräftemangel hält an

Neben den Herausforderungen hinsichtlich der Datenverfügbarkeit nennt mehr als die Hälfte der Unternehmen (51%) auch Fachkenntnisse als eine der wichtigsten Voraussetzungen für KI-Initiativen, während sich 38% in Bezug auf die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter und KI-Schulungen sehr gut vorbereitet fühlen. Zu den wichtigsten Bereichen, in denen KI-Kenntnisse fehlen, gehören laut Studie:

  • Fähigkeit zum Einsatz von KI in großem Maßstab (30%)
  • Fachwissen in den Bereichen verantwortungsvolle KI und Compliance (29%)
  • Übersetzung von Geschäftsanforderungen in KI-Lösungen (28%)
  • Entwicklung von KI-Modellen und grundlegende KI-Kenntnisse (27%)

„Bei der Qualifikationslücke geht es nicht um einen Mangel an Talenten in einem bestimmten Bereich, sondern um den Bedarf an Fachkräften, die gleichzeitig in den Bereichen Daten, Geschäftsstrategie und KI-Governance tätig sein können“, sagte Murugan Anandarajan, PhD, Professor und akademischer Direktor am Drexel LeBow Center for Applied AI and Business Analytics. „Diese Tatsache hat erhebliche Auswirkungen darauf, wie Unternehmen und Hochschulen diejenigen auf das Zeitalter der agentenbasierten KI vorbereiten, die in den Arbeitsmarkt eintreten.“

Agentic AI erhöht die Anforderungen an die Datenintegrität

Precisely zufolge unterstreicht die Studie, wie unvorbereitet viele Unternehmen auf der Ebene der Datengrundlage sind. Diese mangelnde Vorbereitung hat zu einer Lücke in der Datenintegrität der Agentic AI geführt, also zu einer Diskrepanz zwischen dem aktuellen Stand der Unternehmensdaten und den Anforderungen, die für einen sicheren und effektiven Einsatz der Agentic AI in großem Maßstab erforderlich sind.

Unternehmen, die diese Lücke erfolgreich schließen, konzentrieren sich auf Agentic-Ready-Data-Strategien, die auf einheitlichen, leicht auffindbaren Daten, vertrauenswürdigen Datenanreicherungen durch Dritte, kontinuierlichen Aktualisierungen sowie einer starken Governance, Transparenz und Automatisierung basieren und so Vertrauen, Kontrolle und Effizienz in großem Maßstab fördern.