Open-Source-Software zunehmend wichtig für Effizienz und Erfolg in der Automobilindustrie

Die Eclipse Foundation, eine der weltweit größten Open-Source-Software-Stiftungen, und der Verband der Automobilindustrie (VDA) gaben heute eine bedeutende Erweiterung der Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) für ein Open-Source-Software-Ökosystem für die Automobilindustrie bekannt. Diese erweiterte Gruppe bildet damit eine der weltweit fortschrittlichsten Kooperationen für die Entwicklung zukünftiger Fahrzeuggenerationen.

Das im Juni 2025 mit elf Unterzeichnern ins Leben gerufene MoU umfasst mittlerweile 32 globale Unternehmen, darunter führende Akteure aus der gesamten Wertschöpfungskette der Automobilindustrie. Dies verdeutlicht die bedeutende Dynamik und starke Branchenausrichtung hin zu einer offenen, interoperablen und zertifizierbaren Software-Grundlage für Mobilitätsplattformen der nächsten Generation, die innerhalb der Eclipse SDV Working Group umgesetzt wird.

„Der starke Zuwachs der Gruppe spiegelt den deutlichen globalen Wandel hin zu offener, kollaborativer Innovation in der Automobilindustrie wider“, sagte Mike Milinkovich, Geschäftsführer der Eclipse Foundation. „Branchenführer haben erkannt, dass vertrauenswürdige Open-Source-Grundlagen für die Entwicklung zukünftiger Generationen sicherer, intelligenter und vernetzter Fahrzeuge unerlässlich sind.“

Die Branche auf gemeinsame Grundsätze ausrichten

Die Erweiterung der Gruppe bei der globalen Zusammenarbeit stärkt das Engagement aller, die Branchenherausforderungen durch kooperative Open-Source-Entwicklung anzugehen. Durch die Zusammenarbeit innerhalb eines Open-Source-Ökosystems und dank herstellerneutraler Governance reduzieren die beteiligten Unternehmen die Fragmentierung, verbessern die Interoperabilität und teilen sich die Last der Entwicklung komplexer, sicherheitskritischer Software.

Die Ziele der Zusammenarbeit sind:

  • Reduzierung des Aufwands für Entwicklung, Integration und Wartung von nicht differenzierender Software um bis zu 40 Prozent, um technische Kapazitäten für innovative Entwicklungen freizumachen.
  • Bis zu 30 Prozent schnellere Markteinführung von gemeinsam genutzten, qualitativ hochwertigen Automobilkomponenten.
  • Gesteigerte Interoperabilität zwischen Zulieferern und Automobil-Plattformen
  • Bessere Nachhaltigkeit und langfristige Wartbarkeit der Software

„Durch die gemeinsame Entwicklung von nicht differenzierender Software können Hersteller und Zulieferer ihre Ressourcen auf das Wesentliche konzentrieren: die Entwicklung einzigartiger, kundenorientierter Funktionen und Anwendungen“, sagte Dr. Marcus Bollig, Geschäftsführer des VDA.

Ein einheitliches, weltweites Ökosystem

Durch die heutige Erweiterung wächst die MoU-Gruppe zu einem der weltweit größten und fortschrittlichsten Open-Source-Ökosysteme heran, das sich auf Code-First-Lösungen für zukünftige Automobilentwicklungen konzentriert. Zu den neuen Unterzeichnern gehören Branchenführer und Innovatoren wie 42dot, Accenture, AVL, Capgemini, Coretura, Cummins, ECARX, Elektrobit, Infineon, LEAR, LG Electronics, Michelin, MOBIS, QNX, Qualcomm, Red Hat, Schaeffler, Stellantis, Traton, T-Systems und Useblocks, die sich den Gründungsmitgliedern Aumovio, BMW, Bosch, ETAS, Hella, Mercedes-Benz, Qorix, Valeo, Vector, Volkswagen and ZF anschließen.

Zusammen bildet diese Gruppe ein globales Ökosystem, das alle Glieder der Automobil-Wertschöpfungskette umfasst, darunter Hersteller, Zulieferer, Softwareunternehmen, Halbleiteranbieter und Cloud-Spezialisten.

Von der gemeinsamen Vision zu funktionierender Software

Im Mittelpunkt dieser Zusammenarbeit steht Eclipse S-CORE, ein Open-Source-Software-Stack in Automobilqualität, der innerhalb der Eclipse SDV Working Group entwickelt wurde. S-CORE vereint mehrere SDV-Projekte in einem gemeinsamen Referenz-Stack und Tooling-Umgebung, die zur Unterstützung zertifizierbarer, produktionsreifer Automobilsoftware entwickelt wurde.

Im November 2025 hat Eclipse S-CORE seine erste öffentliche Version (Version 0.5) publiziert; ein wichtiger Meilenstein, denn sie zeigte die praktischen Ergebnisse einer koordinierten Open-Source-Entwicklung auf. Eine vollständige Veröffentlichung ist für 2026 geplant, entsprechende Fahrzeugprogramme sollen spätestens 2030 auf den Markt kommen.

Ein nachhaltiges, globales Modell für Automobilsoftware

Eclipse SDV ist ein nachhaltiges, transparentes und skalierbares Modell für branchenweite Software-Innovationen. Durch den Aufbau gemeinsamer Software-Grundlagen in offener Form schaffen die Teilnehmer eine gemeinsame Basis für Innovationen mit weniger Redundanzen, mehr Sicherheit und kürzerer Time-to-Market.

Gemeinsam setzen die beteiligten Organisationen neue Maßstäbe für verantwortungsvolle, zertifizierbare und global koordinierte Software-Innovationen, die die Zukunft der Mobilität prägen werden.