

Geschäftsführer Markus Horn führte persönlich durch die Produktionswerke 1 und 2. Dabei gab es zahlreiche Maschinen live unter Span sowie über 60 Exponate zu sehen. – Bild: TeDo Verlag GmbH 
Mehr als 3.000 Tagesbesucher aus über 30 Ländern nutzten die Gelegenheit, sich direkt bei Horn in Tübingen zu informieren. Eines der Produkthighlights war das System Supermini mit gesinterter Geometrie als universelles Ausdrehwerkzeug, das es inzwischen in immer mehr Varianten gibt. – Bild: TeDo Verlag GmbH
Horn beschäftigt 1.500 Mitarbeiter weltweit, davon rund 900 in Deutschland, erzielte einen Umsatz von etwa 305 Millionen Euro in 2024 weltwet (circa 200 Millionen Euro in Deutschland) und ist in mehr als 70 Ländern auf allen Kontinenten vertreten. „Wir sind der größte industrielle Arbeitgeber in Tübingen sowie Technologieführer für anspruchsvolle Zerspanaufgaben“, eröffnete Markus Horn mit einigen Zahlen, Daten und Fakten die Pressekonferenz. „Zurzeit sorgt die schlechte Planbarkeit für Unsicherheiten in zahlreichen Branchen. Jedoch gerade wegen dieser Unsicherheit bin ich überzeugt, dass Technologie die Basis für weiteres Wachstum ist. Wir zeigen auf den Technologietagen gemeinsam mit über 50 ausstellenden Partnern, was technisch möglich ist – und helfen so unseren Kundem, ihre Prozesse effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten.“
Neuheiten und bleifrei zerspanen
„Makro- und Mikrogeometrie, Beschichtung sowie Substrat sind die Bereiche, die sich variieren lassen, um entsprechende Optimierungen beim Zerspanprozess zu erzielen“, ergänzte Geschäftsführer Matthias Rommel anschließend die Präsentation. „Mit dem System Supermini mit gesinterter Geometrie gehen wir beispielsweise in eine neue Generation hinein.“ Durch den neuen Supermini als universelles Ausdrehwerkzeug ist Horn in der Lage, Werkzeuge für ein breites Anwendungsspektrum und in großer Stückzahl – wirtschaftlich(!) – zur Verfügung zu stellen.
Des Weiteren entwickelte Horn speziell für das Werkzeugsystem Mini der Typen 108, 111 und 114 eine Spanformgeometrie. Die gesinterte I-Geometrie zielt besonders auf die Bearbeitung von Werkstoffen mit schlechten Spanbildungseigenschaften ab. Sie eignet sich für das Kopierdrehen, Längsdrehen, Rückwärtsdrehen sowie das Plandrehen. Gerade bei kleinen Zustellungen in Stahl und nichtrostenden Stählen zeigt das Werkzeugsystem seine Stärken in der Spankontrolle. Künstliche Intelligenz (KI) verspricht die Revolution der Fertigung, doch in der Praxis scheitern viele Projekte an einer unzureichenden Datenbasis. Warum Sie erst Ordnung schaffen müssen, bevor Sie Künstliche Intelligenz erfolgreich nutzen können. ‣ weiterlesen
Ohne Datenordnung keine Effizienz: Wie Sie Ihre Produktion KI-ready machen
„Zudem beschäftigt die Branche derzeit besonders das Thema bleifreie Zerspanung“, führte Rommel weiter aus. Die Zulegierung von Blei in metallischen Werkstoffen wirkt sich auf den Zerspanprozess positiv aus. Durch die Reach- und RoHS-Verordnungen der Europäischen Union (EU) ist die Zeit dieser leicht zu zerspanenden Werkstoffe in zahlreichen Anwendungsfällen allerdings in Kürze vorbei. „Für diesen Wechsel gilt es, die Herausforderungen technisch zu lösen. Diesen Anspruch haben wir bei Horn“, betonte Rommel, „dass heißt wir testen neue Materialien und geben Empfehlungen, an welchen Stellen Optimierungen möglich sind, um den Kunden bereits heute Lösungen anbieten zu können. Und das schaffen wir mit unserem breiten Werkzeugportfolio für nahezu jede Anwendung.“
Beeindruckendes Produktionsareal
Kernaktivität des Unternehmens ist die Herstellung von Hochpräzisionswerkzeugen und Zubehör: Vollhartmetallwerkzeuge und CBN- MKD- und PKD-bestückte Werkzeuge, Sonderwerkzeuge, Wendeschneidplatten, additive Fertigung / 3D-Druckverfahren (Selective Laser Melting), Rohlinge und Verschleißteile. Die Produktionsfläche in Deutschland umfasst 25.000 Quadratmeter (30.000 Quadratmeter inklusive Horn Hartstoffe). Zur Philosophie der Produktentwicklung gehört, Bedarfe am Markt zu erkennen und durch Technologievorsprung die passenden Produktlösungen zu entwickeln.
Diesen Anspruch verdeutlichten unzählige Stellen beim Rundgang. Es gab eine große Menge an verschiedenen Exponaten zu sehen, die Maschinen liefen live unter Span und die Fachleute standen für Fragen aller Art in gewohnt offener Weise zur Verfügung. Zu den Highlights zählten eine Ariane 4 Brennkammer aus Kupfer für das Raketentriebwerk mit gefrästen Kühlkanälen im Inneren, Wellenbremsscheiben und Bremskrafterzeuger für den Hochgeschwindigkeitszug ICE3 (330km/h), der Bereich Additive Fertigung, Live-Zerspanungen an Aluminiumbauteilen sowie Drehfräsbearbeitungen bis hin zu den Hartstoff- und Beschichtungsabteilungen.
Das Ergebnis dieser Aktivitäten zielt stets auf den Kundennutzen ab. Jährlich produziert Horn viele Millionen Schneidplatten in Losen von durchschnittlich 100 Stück mit einem Automatisierungsgrad von bis zu 97 Prozent. Mit dem Greenline Verfahren ist eine Auslieferung von Sonderwerkzeugen innerhalb von 5 Arbeitstagen nach Zeichnungsfreigabe möglich. Eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung, eigene Beschichtungstechnologie, die eigene Hartmetall-Fertigung sowie eigene Fertigungstechnologien sorgen für Alleinstellungsmerkmale im Markt. Zu guter Letzt führt die Horn Akademie Technologieseminare und Qualifizierungsmaßnahmen sowohl für Kunden als auch Mitarbeiter durch – denn technologischer Vorsprung mit fundiertem Knowhow ist laut Horn nun mal die beste Basis für weiteres Wachstum.















